Seiten

Samstag, 8. August 2015

8. Juni 15 - Schottland

Der Morgen starte sonnig und schön.
Wir entdeckten die drei Schafe die wir nachts immer wieder gehört hatten. Sie hatten die Nacht am Hügel hinter uns verbracht.
Wir kochten uns heißen Tee, von unserem letzten Wasservorrat und frühstückten.


Lighthous of Stoer.
Die Schäfchen hinter unserem Zelt.

Nachdem wir das Zelt abgebaut hatten, machten wir uns auf den Weg, weiter an der Küste entlang, nach Lochinver. Im Gegensatz zum vorherigen Tag, war diese Strecke recht kurz. 


Den Weg säumen viele junge Birken.
Unten rechts der Fluss und der Weg führt durch Ginster und Heide.

Da die Gegend um Lochinver viel zum Wandern zu bieten hat, machten wir erst einen Abstecher zum Visitor Center. All zu viele Info's fanden wir aber nicht und richteten uns mal wieder nach unserem Reiseführer. Aber wir konnten immerhin unsere Wasserflaschen auffüllen! =)
Darin war eine schöne Tour zu einem Wasserfall (Kirkaig Falls) beschrieben. Der Weg sollte gut sein, bloß der weiterführende Weg nach dem Wasserfall würde matschig werden. Wie es die letzten Tage schon der Fall war, war der Weg natürlich von Anfang an matschig. Aber trotzdem schön! Schmale Wege, oberhalb des Flusses (Kaig), durch Ginster und Heide. Wir liefen einige Kilometer und der Weg war zwischendurch wirklich sehr nass! Als eine gute Möglichkeit einigermassen trockene Füsse zu behalten, erwies sich, von Grasbüschel zu Grasbüschel zu laufen. Auf den Wegen waren immer wieder viele dieser dicken Grasbüschel, auf denen man wirklich gut stehen kann.
Kurz vor dem Wasserfall ging es dann recht steil den Fels runter. Das gab dann noch ein bisschen schöne Kletterei.


Immer wieder matschige Wegstücke. Was man nicht sieht, links und rechts vom Weg ist es sowieso nass. Da braucht man in der Regel auch nicht ausweichen wollen.
Und der Wasserfall. =)

Die Aussicht war schön, wir ruhten ein bisschen aus. Auf der gegenüberliegenden Seite sah ich ein Tier durch den Wald springen, aus der Ferne schwer zu erkennen. Es muss aber was wieselartiges gewesen sein.
Bald machten wir uns auf den Rückweg, fuhren zurück nach Lochinver, um von dort zum Loch Assynt zu kommen.
In Lochinver entdeckten wir einen klitzekleinen Laden, der tatsächlich nicht arg viel mehr als Getränke zu bieten hatte. So konnten wir immerhin die Trinkvorräte für ein paar Tage auffrischen.


Burgruine Ardvreck, unten eine Hausruine am Loch Assynt.

Ich weiß nicht mehr genau, welche zwei größeren Touren wir zur Auswahl hatten. Eine davon wäre an Anfang des Loch Assynt gestartet, die andere am Ende des Loch Assynt. Jeweils sollte ein großer Parkplatz vor Ort sein. So fuhren wie am Loch Assynt entlang und fanden viele Parkplätze! Aber keinen Parkplatz mit dem Hinweis auf diese Wanderwege! 
Dabei entdeckten wir aber zum Beispiel auf einer Insel im See die Burgruine Ardvreck Castle die den MacLeods of Assynt gehörte.


Der Wanderweg ist als kaum zu erkennen im Gras.
Auch hier wieder extrem nasse und matschige Stellen.
Die Berge um uns herum werden immer höher.

Als ich kurz davor war mich zu ärgern, weil diese zwei gemeinten Parkplätze in der Karte nicht genauer verzeichnet sind, landeten wir auf einem weiteren kleinen Parkplatz, mit dem Hinweis auf die Bone Caves. Das war zwar keine unserer gesuchten Wanderwege, aber meine Neugier war sofort geweckt!
In den Höhlen wurden vor einigen Jahren Skelette gefunden. Zum Beispiel vom  Luchs, Braunbär, Polarfuchs, Rentier und der einzigste Eisbär Schottlands. Auch alte menschliche Skelette waren darunter.
Am Anfang läuft man flach an einem kleinen Fluss entlang zwischen zwei Bergen. Später geht es dann steil den einen Berg hinauf bis zu den vier Höhlen, von denen man eine wunderschöne Aussicht hat! Die Höhlen müssen sehr tief sein, aber ohne eine gute Taschenlampe kommt man nicht sehr weit.


Welch ein Ausblick! Ins Tal und auf den gegenüberliegenden Berg.
Von unten rechts aus dem Tag sind wir hergelaufen. Hier der letzte Meter zur Höhle.

Der Rundweg war knapp 5 Kilometer lang, also tatsächlich nicht all zu viel, hat sich aber gelohnt. Wunderschöne Gegend und wieder so ein typisch geheimnisvoller Ort für Schottland. Zudem waren wir hier völlig alleine unterwegs. Der Rundweg ist sehr übersichtlich und wir sahen und begegneten keiner Menschenseele.


Die Höhleneingänge von unten gesehen.
Völlig überschwemmte Wiesen.
Ganz typisch Highlands.

Nun wollten wir weiter in Richtung Ullapool und Torridon.
In der Nähe von Ullapool lohnt sich ein Stop am Corrieshalloch Gorge. Eine schmale, tiefe Schlucht mit einem netten, kurzen Rundweg und einer Hängebrücke über der Schlucht und natürlich einem Wasserfall. =)


Die Hängebrücke über den Gorge.
Es kommt kaum rüber, ist aber ordentlich tief.
Und der Wasserfall:

Wir kamen nach Kinlochewe, ein netter kleiner Ort, 10 Meilen vor Torridon.
Diese 10 Meilen nach Torridon, bestehen aus einer Single Track Road, also eine der vielen einspurigen Strassen. Diese Strasse liegt in einer flachen Ebene zwischen den Bergen. Immer mal wieder ein See und insgesamt recht karg, aber schön! In Torridon gibt es eine kostenlose Zeltwiese neben einem Hostel. Diese finden wir recht schnell. Allerdings steht die Wiese ziemlich unter Wasser. Ein paar Zelte sind aber tatsächlich aufgebaut. Wir können aber leider keinen halbwegs trockenen Flecken mehr finden und fahren zurück nach Kinlochewe mit dem einzigen Campingplatz in der Umgebung, da wir auf Anhieb auch keinen geeigneten Platz zum wild Campen finden.


Leider, leider! =D
Mal wieder eine Bank neben dem Zelt, sehr praktisch!

Auf dem Campingplatz kommen wir um 20.15Uhr an und stellen fest, dass die Rezeption um 20Uhr geschlossen hatte. Was nun? Als wir so am überlegen sind,  wurden wir wohl entdeckt und gefragt ob wir übernachten wollen und wir dürfen noch schnell "einchecken". Sehr, sehr nett! =)
Da von Kinlochewe die nächste Einkaufmöglichkeit eine halbe Tagesreise entfernt ist, fahren hier so nette kleine offizielle Lieferwägelchen hupend durch die Gegend und auch über den Campingplatz und verkaufen Lebensmittel.
Wir brauchen allerdings nichts, da wir die Tage zuvor schon gut vorgesorgt hatten.
Eine ganz tolle Sache an diesem Campingplatz: Ein Trockenraum! Nach Tage  mit nassen Schuhen, konnte ich diese endlich mal trocknen über Nacht! So schön! =)
Hier machten wir übrigens das erste Mal bekanntschaft mit den nervigen Midges! Diesen minikleinen Mücken, die in Schwärmen über einen herfallen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen