Mittwoch, 30. September 2015

12'tel Blick September '15

Was machen die Bienen?
Ich war recht pessimistisch, aber nachdem ich vergangenen Sonntag nachgeschaut habe, bin ich einigermaßen beruhigt. Die Völker sehen stark, fit und gesund aus. Lediglich etwas mehr Nektar und Sirup könnte eingelagert sein. Solange das Wetter bleibt wie es momentan ist, also warm und sonnig, sollte noch etwas eingelagert werden. Sie fliegen noch immer sehr viel und bringen fleissig Pollen, Pollen und nochmal Pollen!


Das Volk in der gelben Beute hat es inzwischen aufgegeben, sich eine neue Königin ziehen zu wollen. Ich hoffe stark, dass es so bleibt. Andernfalls würde ich im Frühling ein Volk mit neuer, aber unbegatteter Königin auswintern. Das wäre nicht überlebensfähig. Da speziell diese Königin aber sehr gut ist, hätte ich eigentlich sehr gerne damit gezüchtet. Dieses Jahr kam ich nicht dazu, hoffen wir mal, dass es nächstes Jahr mit dieser Königin möglich ist.

In der Zwischenzeit, seit dem letzten 12'tel Blick hat die zweite Varroabehandlung mit Ameisensäure statt gefunden. Dieses Mal möchte ich Euch meine Methode zeigen. Ich nutze dazu den Liebig-Dispenser. In die Flasche wird 60%ige Ameisensäure gefüllt. Je nach dem, ob das Volk in einer oder zwei Etagen lebt, mehr oder weniger.
Auf die gelbe Platte kommt eine Art "Löschpapier", deren Größe auch der Volksstärke angepasst wird. Mir gefällt an der Methode, dass ich alles gemütlich vorbereiten kann bevor ich an die Bienen gehe. So fülle ich vorher die Flaschen mit der Säure und passe die Größe des Papiers an. An den Völkern selbst kommt dann eine leere Etage auf das Volk. Die Platte mit dem Papier wird auf die Rähmchen gestellt, die Flasche aufgedreht und kopfüber drauf gestellt. Die Ameisensäure tropft auf das Papier, das Papier saugt sich voll und die Ameisensäure verdunstet. Da die Menge an Säure für mehrere Tage gedacht ist, werfe ich immer mal wieder einen kurzen Blick hinein um zu kontrollieren, dass nicht zu viel oder zu wenig verdunstet. Bei der ersten Behandlung im August hatte ich auf Grund der Temperaturen tatsächlich zu hohe Verdunstungsmengen und nun im September bei einigen Völkern zu wenig. Vor allem die, die im Schatten stehen. Zwei Völker die viel Sonne abbekommen, hatten aber fast wieder zu hohe Verdunstungsmengen. Im Nachhinein gesehen, waren die Verdunstungsmengen aber völlig in Ordnung und die Behandlung sollte funktioniert haben. Nun haben die Bienen Ruhe bis zur Behandlung im Dezember. Da wird dann aber Oxalsäure verwendet. Und diese wird nicht verdunstet. Dazu dann aber im Dezember mehr.



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Kommentare:

  1. Ich werde die Bienenkunde jetzt schon vermissen wenn das Jahr vorbei ist.
    Was mich erstaunt mit was für Gifte (Ameisensäure, Oxalsäure) gearbeitet wird.
    L G Pia

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    1. Hmmm, eigentlich geht das. Als so mega Gifte empfinde ich das nicht. Da wurde schon mit anderen chemischen Giften gearbeitet, leider, die nach wie vor im Wachs nachweisbar sind. Diese natürlichen, organischen Säuren bilden keine Rückstände und sind gut verträglich. Bei der Ameisensäure weiß jeder wo sie her kommt. Oxalsäure essen wir sogar recht häufig. Zum Beispiel im Rhabarber. Dann wird noch Milchsäure verwendet, die dürfte auch jeder kennen.
      Hach, das hätte oben in den Text gepasst: Auf die Milchsäure kam ein Imker der Vögel beobachtet hat. Wenn Vögel Milben haben, jagen sie Ameisen und stecken diese ins Gefieder. Diese wehren sich natürlich mit Hilfe ihrer Säure und sind bald wieder Milbenfrei. So nahm das seinen Lauf und man ist heute weg von den chemischen Mitteln. Gott sei Dank! =)

      Liebe Grüße,
      Sarah =)

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  2. Also das klingt richtig kompliziert. Ich bin schon gespannt, wie es nächstes Jahr mit Deinen Bienen weitergehen wird.

    lg kathrin

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    1. Ohja, gespannt bin ich auch. Wie immer werde ich mich den ganzen Winter fragen, ob noch alle Völker am Leben sind. Andererseits freue ich mich auch auf die "Ruhe" wenn erst mal nichts zu tun ist. =)

      Liebe Grüße,
      Sarah =)

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  3. ich finde deine Bienenberichte immer sehr spannend und muss daran denken, wenn ich an den bunten Bienenhäusern vorbeikomme.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Schön, dass es auch woanders bunte Bienenbeuten gibt. Hier in der Gegend sind die meisten braun. Ich mag die Farbkleckse in meinem Garten sehr gerne. =)

      Liebe Grüße,
      Sarah =)

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  4. .......hoffentlich sind jetzt deine Bienchen bereit und gesund für die lange Zeit ohne Pollen. Jetzt dürfen sie dann Urlaub machen und sich erholen.

    Liebe Seezwerggrüße

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    1. Noch nicht ganz bereit, finde ich. Die Bienen selbst finden wohl eher ja. Denn der Sirup wird nur sehr langsam abgenommen und eingelagert. Ich finde, für einen langen Winter brauchen sie mehr. Die Tage sind noch warm, die Nächte sehr kalt. Vielleicht liegt es daran, dass kaum noch gearbeitet wird. Ich kann nur hoffen, dass es über den Winter reicht. =)
      Und dann können sich die Damen ausruhen und erholen. =) Bzw. Königin wärmen und füttern. =)

      Liebe Grüße,
      Sarah =)

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  5. Vielen Dank für den schönen Bericht, meine Freundin ist auch Imkerin und ich höre ihr sehr gerne zu. Viel Glück mit dem Überwintern.

    Sigrun

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    1. Es wird tatsächlich nie langweilig über sie zu sprechen und die meisten Leute interessiert es auch.
      Vielen Dank! Ich hoffe stark, dass ich sie alle über den Winter bekomme! =)

      Liebe Grüße,
      Sarah =)

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  6. Bienenvölker betreuen, finde ich spannend.
    Ich mag die kleinen fleißigen Flieger.
    Hoffentlich hat deine Behandlung eine Wirkung.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Das hoffe ich auch und werde ich die Tage kontrollieren. =)
      Liebe Grüße,
      Sarah =)

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