Montag, 9. März 2015

Brasilien 2005 - Sprache

Na, was wird in Brasilien gesprochen?
Häufig wird davon ausgegangen, dass ich Spanisch spreche. Das ich Spanisch lediglich gut verstehe, verwirrt einige erst mal ziemlich, bis ich erkläre, dass in Brasilien portugiesisch gesprochen wird.
In fast allen anderen Ländern Südamerikas wird aber tatsächlich Spanisch gesprochen.

Den Praktikanten wird bei der Vorbereitung für Brasilien gesagt, dass sie vorher auf jeden Fall portugiesisch lernen müssen. Als Tipp wird einem zum Beispiel ein VHS Kurs empfohlen oder Langenscheidt's praktischer Sprachlehrgang Brasilianisch mit Audio-CD. Da es in meiner direkten Umgebung keinen VHS-Kurs gab, begann ich mit dem Langenscheidt Sprachlehrgang. Ich muss gestehen, dass ich damals einfach mit Hilfe von Kärtchen Vokabeln gelernt habe. In meinen Mittagspausen war ich oft mit meinen Kärtchen im Wald unterwegs und hab gelernt. Die Grammatik, speziell die Zeiten und das konjugieren der Verben, hat mich etwas überfordert. Da ich gar kein Grammatikgenie bin, hätte ich dazu echt jemanden gebraucht, der es mir gut erklärt. 
Wenn ich mir die wenigen Bewertungen bei Amazon durchlese, fand nicht nur ich diesen Sprachlehrgang nicht besonders gut.

Erstaunlicherweise waren mir die zwei Verben für das Wort "sein" sehr schnell klar und auch im Kopf gespeichert. Da gibt es einmal das Wort "ser" für andauernde und bleibende Zustände und einmal das Wort "estar" für momentane, vorübergehende Zustände.
Wenn ich mich recht erinnere, gibt es im spanischen sogar drei Wörter für das Verb "sein".

So flog ich nach Brasilien und war der Meinung, dass ich eigentlich gar nichts konnte.

Intensive Nutzungsspuren
Und wie sehe ich das im Nachhinein?
Alle Vokabeln die ich im Voraus mühsam gelernt hatte, hätte ich vor Ort innerhalb kürzester Zeit im Kopf gehabt.
Klar, die ersten ein bis zwei Wochen war alles was ich hörte ein einziger Brei. Ich konnte keine einzelnen Wörter heraus hören. Währenddessen waren die Kinder in der Kindertagesstätte aber sehr hilfreich. Sie deuteten einfach auf alles mögliche und sagten das Wort dazu. Ich hab es nachgesprochen und die Kinder haben mich korrigiert. Überhaupt war die Verständigung mit Hilfe von Gesten, Händen und Füßen total einfach.
Als das Gehörte dann kein Brei mehr war, war das Wörterbuch im Hosentaschenformat sehr hilfreich. Jedes nicht bekannte Wort war schnell nachgeschlagen und auf einen kleinen Zettel geschrieben. 
Diese gesammelten Wörter übertrug ich jeden Abend in eine Liste, die ich immer wieder durchgeschaut hab, damit Worte die man nicht so oft braucht, nicht gleich wieder in Vergessenheit geraten.


Die regelmäßigen Verben in lila.
Ganz praktisch für mich war, dass zu meinem Anfang, die Kinder in meiner Gruppe (ca. 9-11Jahre) im Stützunterricht portugiesisch hatten. Dazu wurde viel mit Comicheftchen gearbeitet, die die Kindertagesstätte aus Spenden bekommen hatte. Ich verbrachte diese Zeit damit, mir diese Heftchen zu übersetzten, Wörter raus zu schreibe, die ich dann abends wieder in meine Liste übertrug.

Unregelmäßige Verben auch in lila, konjugiert in
Gegenwart und Vergangenheit.
In der Vorbereitungszeit bekam ich die Empfehlung vor Ort Stunden bei einer Lehrerin zu nehmen.
Die Mitpraktikantin und ich wurden vom Leiter der Kindertagesstätte an eine Lehrerin in der Stadt vermittelt. 
Einmal in der Woche hatten wir Unterricht. Zum einen recht schwierig wenn man sich so gar nicht verständigen kann und sie gleich volle Kanne mit Gramatik los legt und nur portugiesisch spricht. Hausaufgaben gab es auch jedes Mal. Meistens ein gar nicht einfacher Text und Fragen dazu. Damals hab ich es echt nicht verstanden und wir hatten das Glück, dass uns ein guter Freund aus der Kindertagesstätte die Hausaufgaben machte. Wenn ich mir jetzt den Text so durchlese, frag ich mich wo damals das Problem lag. Heute wären diese Aufgaben keine große Sache. 
Das beweist aber,  dass wir die Sprache auch ohne diesen Unterricht gelernt haben. Ja, besonders lange haben wir es nicht ausgehalten. Ganz oft haben wir die Sekretärin der Kindertagesstätte darum gebeten, für uns abzusagen und bald haben wir es ganz gelassen.
Die 4 Arten von regel-
mäßigen Verben, enden auf
-ar, -er, -ir, -or

Die größte Hilfe waren für mich einmal der Zivi, der als wir ankamen schon ein halbes Jahr vor Ort war und zum anderen eine deutsche Mitarbeiterin die damals schon einige Jahre in Brasilien war. Durch die Beiden lernte ich wirklich viel. Zum Beispiel gab sie mir eine Liste mit den regelmäßigen und unregelmäßigen Verben und zeigte mir die wichtigsten Zeiten auf die ich mich erst mal konzentrieren sollte. Ich sag nur Verben konjugieren.

Eine kleine Besonderheit der portugiesischen Sprache für uns Deutsche ist die nasale Aussprache, die uns meistens nicht besonders leicht fällt, einem aber schnell zum Verhängnis werden kann. =D

Zum Beispiel:
O pão - Das Brot/Das Brötchen
O pau - Das Holz

oder:
Os pães - Die Brote/Die Brötchen
Os pais - Die Eltern

O país - Das Land

Dazu einige Seiten mit unregelmäßigen Verben
Anfangs war das schon etwas schwierig und wenn ich Brötchen kaufen wollte, erntete ich häufiger mal einen komischen Blick. Bald hatte ich es aber ganz gut drauf, fast zu gut. Denn ich sprach plötzlich auch Wörter nasal aus, die gar nicht nasal ausgesprochen werden und erntete dann auch dafür wieder komische Blicke. =D

Eine andere Besonderheit, die ich allerdings gar nicht schwierig fand, sind die Vokale a,e und o, die sowohl offen, als auch geschlossen ausgesprochen werden können. Im Deutschen werden diese Vokale nur geschlossen gesprochen. 
Auf weitere gramatikalische Besonderheiten möchte ich hier nun aber nicht eingehen. =) 

Lebensmittel waren mir
schon immer wichtig =D
Eine kleine Geschichte fällt mir da grad ein. Als wir noch gar nicht lange in Brasilien waren, standen ein paar Feiertage an. Wir wollten diese Tage nutzen und was anderes sehen. Da wir uns sprachlich noch nicht so sicher fühlten, organisierte uns der Kindertagesstättenleiter eine kleine Tour ins nicht weit entfernte Bonito, am Rande des Pantanal. Dort kamen wir, als wir abends in einer Kneipe saßen, mit einigen Leuten ins Gespärch. Unter anderem drei Brüder aus São Paulo. Da wir keine Brasilianerinnen sind, drehten sich die Gespräche immer erst mal darum, wie lange wir in Brasilien sind, wie uns Brasilien gefällt, was wir machen und warum wir das machen. Als diese drei Brüder hörten, dass wir in einer Kindertagesstätte in einer Favela arbeiten, meinten sie, dass man uns das anhört. Wir hätten voll den Favela-Slang. Ehrlich gesagt, kann ich mir das gut vorstellen, denn genau in den Favelas haben wir Portugiesisch gelernt. Und auf eine Art war ich irgendwie auch stolz darauf. =D

Ich bin echt froh noch eine zusätzliche Sprache zu sprechen! Da ich echt nicht Sprachbegabt bin, hätte ich wahrscheinlich ohne dieses Praktikum nie noch eine Sprache gelernt. Von sehr großem Vorteil empfinde ich, dass portugiesisch eine romanische Sprache ist und ich somit sehr gut spanisch verstehe und mich verständigen kann. Nicht hörend verstehen, aber lesend grob verstehen kann ich das Italienische und ein kleines bisschen französisch. Ich empfinde es immer wieder erstaunlich wie sehr verwandt diese Sprachen sind.
Grad spanisch gut zu verstehen und mich verständigen zu können, war von großem Vorteil, als wir mit dem Rucksack in Argentinien, Peru und Costa Rica unterwegs waren.

Freitag, 6. März 2015

Grünes Kartoffel-Erbsen-Curry

Eigentlich wollte ich Euch heute ein Brot zeigen. Ein Einkornvollkornbrot nach diesem Rezept. Ich hab es gleich eingeschnitten und tatsächlich sah mein Brot genau so aus, allerdings schwarz. Mein Backofen hat beschlossen einfach nur noch zu heizen was geht! Als ich nach 10 Minuten backen die Temperatur reduzieren wollte, war das Brot bereits sehr, sehr, sehr dunkel! Ich war ziemlich irritiert und konnte es mir nicht erklären. 5 Minuten nach dem Temperatur reduzieren hab ich noch mal einen Blick in den Ofen geworfen und das Brot war total schwarz. Auch das Backpapier.
Brot raus geholt und Ofen ausgeschaltet. Der Ofen war auf über 300°C. So weit hoch lässt er sich eigentlich nicht heizen, außer man lässt ihn Pyrolyse machen. Dann verriegelt er aber die Tür. Selbst nach dem Ausschalten heizte der Ofen übrigens weiter. Das Einzigste was wirkte, war die Sicherung raus zu nehmen.
Noch ist Garantie drauf! Das könnte allerdings die nächste Geschichte geben. Der Reparaturtyp wollte vorgestern einfach mal ohne Terminrücksprache vorbei schauen und wunderte sich dann, dass keiner da war. So was, manche Leute arbeiten. 
Nun aber nochmal zum Brot. Nach 15 Minuten war es außen zwar schwarz, aber noch lange nicht durch. Ich hab den Holzofen schnell angeheizt und das Brot zu Abwechslung bei steigender statt fallender Temperatur fertig gebacken. Natürlich nicht mehr nach Zeit, sondern mit Hilfe eines Thermometers bis die Kerntemperatur auf 97°C war. Hat erstaunlich gut funktioniert.

Nun aber zum eigentlichen Inhalt dieses Post's heute.
Ein sehr, sehr leckeres Curry, das gerade jetzt im Winter viel Farbe auf den Teller zaubert. Ich finde es schmeckt nach meeeehr und war fast ein bisschen traurig, dass nichts für die Mittagspause am folgenden Tag über blieb. =(

Grünes Kartoffel-Erbsen-Curry

2-3 Portionen
100g Kartoffeln
400g Süßkartoffeln
Zwiebel
etwas Öl
2TL grüne Curry Paste
1 Dose Kokosmilch
1 Schluck Wasser
1EL Rohrzucker
1/2TL Sojasoße
Reis
80g Erbsen
Salz
Pfeffer
30g Cashew

Kartoffeln und Süßkartoffeln waschen, schälen und in 1cm Würfel schneiden.
Die Zwiebel schälen, vierteln und in Scheiben schneiden.
Etwas Öl und die Curry Paste in einen Topf geben, heiß werden lassen und mit der Kokosmilch ablöschen. Mit etwas Wasser den Rest aus der Dose spülen und in den Topf geben. Zucker und Sojasoße zugeben, einmal aufkochen und köcheln lassen bis die Kartoffeln durch sind.
Nebenher den Reis kochen.
Die Erbsen und die Zwiebel zum Curry geben und mit offenem Deckel weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Währenddessen in einer Pfanne die Cashew-Nüsse ohne Fett anrösten, bis sie zu duften beginnen.
Das Curry mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Heiß servieren und mit den Cashews bestreuen.

Dienstag, 3. März 2015

Bananen-Walnuss-Schoki-Cookies

Es hat mal wieder gut gepasst. Gerade erst hab ich dieses sehr lecker klingende Rezept entdeckt und schon war die Cookie-Lust da. Passenderweiße waren auch alle Zutaten vorrätig, so konnte ich Samstagmorgen gleich los legen. Die Cookies sind schön weich und trotzdem knackig durch die Walnuss- und Schokoladenstücke. Ich mag sie am liebsten schön kühl aus dem Kühlschrank. Am besten eignet sich eine sehr reife, dunkle Banane. Die haben am meisten Aroma.
Sehr lecker! Wird es bestimmt wieder geben!


Bananen-Walnuss-Schoki-Cookies

24 Cookies
55g Walnüsse
200g Vollmilchschokolade
1 reife Banane
150g weiche Butter
75g Zucker
70g Rohrzucker
1 Ei
1EL Vanilleextrakt
140g Weizenmehl, Type 405
65g Weizenvollkornmehl
1 gestr. TL Salz
1/2TL Natron
90g kernige Haferflocken

Die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und weich werden lassen.
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Walnüsse und die Schokolade grob hacken,die Banane mit einer Gabel zerdrücken. Alles zur Seite stellen. 
In einer Schüssel die Butter mit dem weißen und dem braunen Zucker mehrere Minuten schaumig schlagen. Das Ei und den Vanilleextrakt unterrühren und die Banane zugeben.
Nun die Mehle, das Salz und das Natron kurz unterrühren.
Zum Schluss die Walnüsse, die Schokolade und die Haferflocken kurz unterrühren.
Zwei Backbleche mit Backpapier belegen und mit Hilfe von zwei Löffeln auf jedes Blech 12 Teighäufchen setzten. Die Bleche nacheinander für 15-17 Minuten in den Ofen schieben und backen.

Samstag, 28. Februar 2015

12tel Blick Februar '15

Es ist wieder so weit: Zeit für den 12'tel Blick.
Bei Tabea werden die Februar-Bilder gesammlt.
Es geht darum zum Ende jeden Monats ein Foto vom selben Ausschnitt zu machen. So erhält eine schöne Übersicht über den Wandel im Laufe eines Jahres.

Das Foto hab ich gestern Mittag geschossen, einem Tag an dem es ohne Unterbrechung geregnet hat. Im Gegensatz zum Januar ist es nun grün, nicht mehr weiß und recht matschig. Noch ist der Garten nicht typisch frühlingshaft saftig grün.
Nun aber zu den Bienen:



Letzte Woche war recht schönes Wetter. Ich hatte die Vorhersage im Blick und vermutete, dass die Bienen am Freitag das erste Mal fliegen könnten. 
M war krankheitsbedingt zu Hause und ich bat ihn, die Bienen, als auch den Wäscheständer der Nachbarin im Auge zu behalten. Einige werden sich nun sicher wundern, warum er den Wäscheständer beobachten sollte!? ;-)
Die Bienen konnten nun einige Zeit nicht fliegen. In dieser Zeit sammeln die Bienen den Kot in einer Blase. Unter normalen Umständen koten Bienen nicht im Volk ab. Das machen sie nur draußen. Wenn es also das erste Mal warm genug ist, so ca. 10-12°C, gehen die Bienen auf "Reinigungsflug".
Das machen sie nicht direkt vor dem Zuhause, sondern etwas entfernt. Angezogen werden sie dabei von großen hellen Flächen. Wie zum Beispiel helle aufgehängte Bettwäsche oder Tischtücher. Und da kommt die Nachbarin ins Spiel. Bei ihr hängt zu jeder Gelegenheit Wäsche draußen. Bisher hat sie nichts gegen meine Bienen in meinem Garten und ich möchte, dass das auch so bleibt.

Wie vermutet flogen die Bienen dann am Freitag (und es hing keine Wäsche draußen). Freitags hab ich früher Feierabend und konnte es selbst das erste Mal beobachten. Bei den Völkern auf zwei Etagen war dermaßen viel Flugbetrieb, dass ich die Fluglochverengung entfernt habe. Abends hab ich die Verengung wieder eingesetzt. Man kann sie beim Volk in der grünen Beute gut sehen.
Gleichzeitig gehen die Bienen auch auf die Suche nach Pollen, Nektar und Wasser. Jedes Volk hat Wassersammlerinnen. Bienen die ihr Leben lang nichts anderes tun. Pollen ist nun ganz wichtig. Eiweißnahrung für den Nachwuchs. Die Bienen kamen schwer beladen mit gelben (Haselnuss) und orangen (Krokus) Pollen zurück. Die jüngeren Bienen sind am "putzen". Über den Winter sterben einige Bienen und die liegen auf dem Boden der Beute. Ein Teil der Bienen schleppt diese Bienen vors Flugloch und andere Bienen bringen die toten Bienen weg. Das find ich immer wieder spannend zu beobachten, wie eine einzelne Biene eine tote Biene festhält und damit weg fliegt.

Eins hab ich ganz vergessen! Vor allen 5 Völkern war Flugbetrieb! Yeah! Alle Völker leben! =)
Aaaaaaaaber... ich habe den Verdacht ein Volk könnte buckelbrütig sein. Beim beobachten fiel mir auf dem Flugbrett der grünen Beute eine tote, helle, etwas größere Biene mit großen Augen auf. Hell, weil erst gar nicht geschlüpft. Dieses Volk hat fast durchgehend gebrütet. Ich vermute, als es die letzten Wochen sehr kalt war, konnte das Volk nicht alle Brut warm halten und ein Teil ging kaputt. Diese Waben werden dann ausgeräumt und die nicht fertig entwickelten Bienen weg geflogen. Das wäre theoretisch nicht so wild, aber diese Biene hatte ganz große schwarze Augen. Diese Biene sah irgendwie aus wie ein Drohn. Um diese Jahreszeit ziehen die Bienen noch keine Drohnen, also männliche Bienen. Ausser die Königin hat den Winter nicht überlebt und aus der Not heraus hat eine Arbeiterin begonnen zu stiften (=Eier legen). Eine Arbeiterin ist nicht begattet und kann daher nur unbefruchtete Eier legen und diese ergeben männliche Bienen. Solch ein Volk ist verloren.
Wieso nennt man das buckelbrütig?
Einige Zeit bevor Bienen schlüpfen, wird die Wabe mit einem Wachsdeckel verschlossen. Bei Arbeiterinnen ist dieser Deckel ganz glatt und eben. Da Drohnen größer sind und nicht in eine "normale" Wabe passen, ist der Wachsdeckel nicht eben, sondern gewölbt. Bildet also einen Buckel. Daher der Begriff buckelbrütig.

Noch ist das "nur" eine Vermutung. Gewissheit werd ich erst haben, wenn ich in das Volk rein schauen konnte. Das wird vermutlich im März der Fall sein, wenn es ein paar Tage warm war und die Weiden blühen. Drückt mir die Daumen, dass ich mich hoffentlich einfach nur Verguckt habe. =)

Mittwoch, 25. Februar 2015

Garten Ende Februar '15

Die letzten Monate gab es keinen Blick in den Garten. Ehrlich gesagt gab es auch nicht viel zu sehen. Aber so langsam erwacht er nach und nach zum Leben und mit der Aussaat hab ich inzwischen auch schon begonnen.
Da Ende des Monats nun immer der 12'tel Blick dran ist, kommt der Einblick in den Garten künftig kurz davor.

Die Schneeglöckchen zeigen sich schon seit einiger Zeit. Irgendwie entdecke ich jedes Jahr mehr.

Seit Ende vergangener Woche fliegen alle Bienenvölker sobald sich die Sonne zeigt. Hier hab ich eine Biene erwischt, die voll beladen mit Pollen zurück kommt. Vermutlich vom Krokus oder evtl vom Huflattich. Allerdings kommt der Krokus momentan weit häufiger vor.

Hier zwei der dunklen Krokusse.

Unterm Apfelbaum wachsen ganz viele helle Krokusse.

Hier nun ein Krokus mit einer Biene die versucht an den Nektar zu kommen.

Scheint nicht so leicht zu sein. =D

Der einzige Winterkopfsalat der im Herbst nicht von den Schnecken gefressen wurde. Besonders toll sieht er nach dem Schnee nicht aus, aber vielleicht erholt er sich?!?

Der Knoblauch hat den Winter bisher gut überstanden.

Ebenso die Zwiebeln.

Gelbe Krokusse find ich auch jedes Jahr mehr.

Die Winterlinge strecken nach und nach ihre Köpfe aus dem Boden.

Zwischen den Himbeeren übersehe ich jedes Jahr erntereifen Knoblauch. Inzwischen vermehrt er sich ganz gut.

Eine meiner Paprika-Pflänzchen.

Die Chilis bilden inzwischen auch schon das erste echt Blattpaar aus.

Die Auberginen wollten dieses Jahr nicht so recht keimen. Die wenigen bisherigen Pflanzen bekommen aber auch schon das erste echte Blattpaar.

Sonntag, 22. Februar 2015

lesenswert 3/15


  • In den letzten Wochen fielen mir riesige Vogelschwärme am Himmel auf. Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit konnte ich mehrere riesige Vogelschwärme sehen, die flussabwärts in den tollsten Formationen unterwegs waren. Ich hatte als echt Bedenken, dass ich von der Strasse abkomme, weil ich meine Augen gar nicht davon losreißen konnte. Jeden Morgen fragte ich mich, was das für Vögel sind. M's Oma erzählte dann, dass es Bergfinken aus Skandinavien sind, die diesen Winter hier überwintern. Hier gehts zu einem interessanten Bericht vom Nabu mit einem Video. In Baden-Württemberg kommen sie wohl etwa alle 2 Jahre vor und immer da, wo es viele Bucheckern, Mais und andere Samen gibt. Die Millionen von Vögel nächtigen in einem kleinen Waldstück ganz in der Nähe und sind tagsüber in großen Gruppen den Flüssen (Rhein und Wiese) entlang auf Futtersuche. Abends sieht man sie dann wieder den Flüssen entlang zurück fliegen. Seit einer Woche hab ich allerdings keinen Vogelschwarm mehr gesehen. Vielleicht sind sie schon wieder auf dem Rückweg.
  • Bei Sarah Maria läuft bis Ende des Monats noch die Blogparade gegen Hass. Sie selbst beschäftigt sich zum Thema mit Sprachen und hat bisher zwei sehr interessante Beiträge geschrieben. Einmal über Arabisch und einmal über Türkisch.
  • Schneechaos in Istanbul. Spannender Text und tolle Bilder.
  • Rehe in der Stadt und dazu noch zutraulich? Unglaublich! Möglich in Japan. Bitte hier entlang.
  • Ganz allein in einem Nationalpark in Schweden ohne Strassen und Unterkünfte! Gefällt mir! Der Text und die Bilder laden zum Träumen ein.
  • Ist sich wer bewusst, was mit "Superfoods" (wie z.B. Boabab, Quinoa, ...) angerichtet wird? Als ich vor inzwischen doch einigen Jahren in Peru war, konnte man Quinoa noch überall kaufen. Das dürfte inzwischen nicht mehr oft der Fall sein. Denn von den Bauern kommt kaum mehr was auf den eigenen Markt. Die Ernte wird exportiert. Damit lassen sich viel bessere Preise erzielen. Selbst wenn etwas auf den eigenen Markt kommt, können die Einheimischen Quinoa nicht mehr bezahlen. Denn 1kg Quinoa kostet in Peru so viel wie 2kg Hühnchen oder 4kg Reis. Und Fleisch kann sich die ärmste Bevölkerung eh nicht leisten. So steigen die Ärmsten um auf andere Lebensmittel und die Folgen davon sind Mangelernährung. Dazu muss man sagen, dass Quinoa wirklich sehr gesund ist, da es sehr viele Mineralien, Vitamine und gesunde Fette enthält. Zudem werden inzwischen 95% der Agrarflächen von 20% der Betrieben genutzt. Die Kleinbauern geben auf und flüchten in die Slums der Städte. Und noch ein anderer Aspekt: Große Nachfrage nach Quinoa -> Monokulturen -> Schädlinge -> Pflanzenschutzmittel. Lest unbedingt mal diesen Artikel. Darauf gestoßen wurde ich von Creezy von Holy Fruit Salad.
  • Schon vor einer ganzen Weile hat Micha von Salzkorn von ihrer Art und Methode von Sauerteig und Brot backen berichtet. 
  • Ein schöner Bericht über zwei junge Leute, die den Hof der Eltern übernommen haben und weiter Liköre und Edelbrände herstellen. Sie beschäftigen sich inzwischen mit Pflanzen und bieten auch Tees und Tinkturen an. Ebenso bieten sie für die Menschen in der Umgebung einen Gemeinschaftsgarten an. Wer möchte kann ich Stück Garten haben, sein eigenes Obst und Gemüse anbauen und ernten. Schade, dass es sowas hier in der Gegend nicht gibt. Ich wüsste einige Leute, die Interesse daran hätten. 

Donnerstag, 19. Februar 2015

Marmorkuchen im Glas

Ich musste unbedingt mal wieder was Neues ausprobieren.
Bisher hat mich Kuchen im Glas eigentlich nicht gereizt.
Im Weck-Buch hab ich Rezepte entdeckt, die Gebacken und Eingekocht oder nur Eingekocht und dabei gebacken werden. Diese Kuchen halten sich wohl mindestens 6 Monate. Aber da ich eh gern backe, war das nie ein Thema.

Im Kraut&Rüben-Heft vom Februar entdeckte ich eine einfachere Version, bei der der Kuchen im Backofen gebacken und danach einfach sofort mit Gummiring, Deckel und Klammern verschlossen wird. Haltbar soll er mindestens 8 Wochen sein.
Da M in letzter Zeit häufiger Lust auf Marmorkuchen hat und wir zu zweit einen ganzen Kuchen nicht so schnell schaffen, beschloss ich, es nun doch mal auszuprobieren.
Eigentlich nimmt man Weck-Gläser in Sturzform, damit man den Kuchen leicht herausbekommt. Hab ich aber nicht, da mir die Tulpenform einfach besser gefällt und ich Kuchen auch gerne aus dem Glas löffle. ;-)
Natürlich kann jedes Kuchen-Rezept im Glas gebacken werden, sogar wohl auch mit Obst. Diese sind dann aber kürzer haltbar. Ich hab mich einfach an dem Rezept aus dem Kraut&Rüben-Heft orientiert. Wir fanden es etwas zu süß und würden nächstes Mal mindestens 50g weniger Zucker verwenden. Leider war die Teigmenge für 5 Gläser doch etwas viel. Mir sind 4 von 5 Kuchen leicht über den Glasrand aufgegangen. Die Deckel hab ich aber gut aufs Glas bekommen.

Leider sind die Fotos nicht besonders. Momentan setzt sich die Sonne leider nicht gegen den Hochnebel durch.

Was ist zu beachten, beim Kuchen backen und haltbar machen im Glas:

  • Gläser und Deckel mit heißem Wasser ausspülen und im Backofen bei 120°C 15 Minuten trocknen.
  • Sturzgläser mit Butter ausreiben, damit sich der Kuchen später aus dem Glas lösen lässt.
  • Die Gläser maximal bis zur Hälfte mit Teig befüllen.
  • Während die Kuchen backen, werden die Gummiringe ausgekocht.
  • Wenn die Kuchen fertig sind, werden die Gläser aus dem Backofen genommen und sofort mit Gummiring, Glasdeckel und Klammern verschlossen. Vollständig auskühlen lassen, Klammern abnehmen und testen ob alle Deckel halten.
  • Falls die Kuchen stark aufgegangen sind beim backen, können sie über den Glasrand heraus schauen. Falls mal ein Kuchen nur ein bisschen übersteht, kann man ihn mit dem Deckel runter drücken und das Glas verschließen. Falls allerdings mehr übersteht, sollte das abgeschnitten und dann das Glas verschlossen werden.

Marmorkuchen im Glas


5 Weck-Gläser à 500ml
250g weiche Butter
250g Vanillerohrzucker
5 Eier
1 Prise Salz
500g Mehl
1 Päckchen Backpulver
100ml Milch
3EL Kakaopulver
1 Schnapsglas Orangensaft

Butter, Zucker und Salz schaumig rühren. Nach und nach Eier zugeben.
Mehl und Backpulver miteinaner mischen und löffelweise der Masse zugeben. Anschließend die Milch zugießen und weiterrühen, bis ein cremiger Teig entsteht.
Die Hälfte des Teiges auf die Gläser verteilen, sodass sie knapp zu ¼ gefüllt sind. Danach den Rest des Teiges, das Kakaopulver und den Saft verrühren und die Masse ebenfalls in die Gläßer füllen, bis diese knapp halbvoll sind.
Wer mag verquirlt die zwei Teige mit Hilfe einer Gabel. Nun die Glasränder von Fett und Teigresten reinigen. 
Die Gläser in den auf 175°C Umluft vorgeheizten Ofen schieben und 40 Minuten lange backen.
Stäbchentest machen.
Wenn fertig, Gläser aus dem Ofen nehmen und sofort mit Gummiring und Deckel fest verschließen.
Nach dem Abkühlen kontrollieren ob die Deckel fest sitzen. 
Mindestens 8 Wochen haltbar.