Sonntag, 4. November 2012

Neues vom Igel

Nachdem ich unseren kleinen Igel letzten Dienstag gefunden hatte, war ich abends gleich noch bei der Tierärztin.

Sie hat den Igel zuerst gewogen. Nachdem sie nachmittags bei mir schon ein Rührei verspeist hatte, waren es schon 240g Gewicht. Wir wissen nun auch dass es ein kleines Igelmädchen ist. Dann bekam sie 3 Spritzen von denen mindestens eine zum entwurmen war und sie wurde sie entfloht. Einige Zecken mussten auch noch entfernt werden.
Die Tierärztin erklärte mir dann allgemein wie ich mit ihr umzugehen habe.
Bei ca. 18°C (auf jeden Fall nicht unter 10°C), in einem Karton oder einem großen Kaninchenkäfig, ausgelegt mit Zeitungspapier und eine Schachtel als Nest. In die Schachtel kommt zerknülltes Zeitungspapier oder Küchenpapier. 
Zum Trinken einfach frisches Wasser, bloß keine Milch und zum Essen rohes Rinderhackfleisch oder Rührei/gekochtes Ei mit Haferflocken oder Weizenkleie als Ballaststoffe plus einen Schluck Wasser. Dazu hat sie mir 2 Pulver gegeben, einmal Calciumcarbonat und einmal ein Vitamin- und/oder Mineralstoffgemisch wovon tägliche je 1 Messerspitze ins Essen kommt. 
Das Ganze auf, wenn es geht, 2 Mahlzeiten abends verteilt. Eine in der Dämmerung und eine bevor wir in schlafen gehen. 
Für die ersten 5 Tage hab ich noch eine Spritze mitbekommen, mit einer Flüssigkeit die gegen eine andere Art von Würmern ist, wovon auch noch jeden Tag 1ml ins Futter kommt, was in 2 Wochen nochmal wiederholt wird.
Für vergangenen Freitag hatte ich dann nochmal einen Termin zur Kontrolle und zur Wiederholung der Entwurmungsspritze. Da wog sie dann immerhin schon 280g. Sonst ist soweit alles ok, sie ist gesund und munter und verhält sich völlig normal.

Man sagt, dass so ein Igel ca. die Menge eines 150g Joghurtbechers pro Tag isst, aber das schafft unser Igel noch nicht. Ich vermute mal einfach, dass sie dazu noch zu klein ist. Sie nimmt aber zu. Heute hatte sie schon 350g.

Die letzten Tage hab ich mich auch immer mal wieder im Garten umgeschaut, ob nicht noch andere kleine Igel unterwegs sind. Theoretisch hat sie sicher Geschwister, aber entweder hatten diese genug zu essen oder sie sind eben auch noch irgendwo unterwegs. Bisher konnte ich aber keinen entdecken und bin doch ganz froh, wenn diese genug zu fressen gefunden haben.

Inzwischen braucht es schon beide Hände. Anfangs passte sie noch in eine Hand. Irgendwie find ich auch, dass die Stacheln in den letzten Tagen mehr und mehr pieksen. Anfangs konnte man sie noch gut so in die Hand nehmen. Ob das nun am Gewicht oder an der gewonnen Kraft liegt?!?

Ganz viele tolle Info's findet man übrigens hier.

Kommentare:

  1. Hallo Sarah,

    du hast ja ein richtig schönes, helles Prachtexemplar gefunden! Respekt, wie du dich um das Igelmädchen kümmerst. Toll!

    Eines wird man dir bei Pro-Igel sicherlich schon mitgeteilt haben: Igel bitte erst nach Untersuchung einer Stuhlprobe entwurmen(den Kot drei Tage lang sammeln, weil die Parasiten schubweise ausgeschieden werden. Das heißt, es kann ein Tag kein Befall vorhanden sein und dafür am nächsten Tag Eier ausgeschieden werden).Der Igel sollte dabei mind. 300 g Gewicht bei stabiler Konstitution haben. Eine allgemeine Entwurmung wie bei den Haustieren üblich schadet mehr und beseitigt leider manche Wurmarten nicht.

    Du hast mich gefragt, wie ich es mit der Überwinterung handhaben würde. Ich kenne die Wetterlage bei euch leider nicht. Für die Auswilderung solltest du dir folgende Gedanken machen: Wenn die Temperaturen bei ca. 10 °C liegen, wird der Stoffwechsel der Igel langsamer. Sie finden jetzt kaum mehr Kerbtiere. Dein Stachelmädchen müsste sich also in der Umgebung neu orientieren, sich den Außentemperaturen anpassen, zum ersten Mal ein Schlafnest bauen und das Gewicht wird sich dabei erst einmal reduzieren. Das fehlt dann zum Überwintern. Hast du Möglichkeiten für ein Außengehege? So könntest du die Igeldame kontrolliert in den Winterschlaf schicken, zufüttern und gezielt auswildern. Winterschlaf sollte sie unbedingt halten können, da sie sonst im Frühjahr bei der ersten Kälteperiode im Freien einschläft. Im Haus sie in den Winterschlaf zu bringen ist schwieriger.

    Wenn du möchtest, kannst du auch mal im Igelforum deine Fragen stellen, da geben dir die Experten zu jeder Tageszeit schnellstmöglichst Antwort. Du findest den Link auf meiner Seite rechts. Dort siehst du auch Überwinterungskisten für den Balkon. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

    Dir wünsche ich jedenfalls ganz viel Glück mit der Igeldame. Vielleicht spricht es sich in Igelkreisen noch herum, dass sie bei dir Hilfe finden können und im nächsten Jahr kommt dann die Familie zu Besuch!

    Viele ♥-liche Grüße und gute Wünsche

    Carola

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    1. Hallöchen,

      danke für Deine Antwort!
      Bisher hab ich einfach die Tipp's meiner Tierärztin befolgt, zu der wir auch sonst immer gehen. Sie hat sich auch um das Entwurmen gekümmert. Allerdings bin ich nun eben etwas verunsichert. Sie meinte, ich könnte das Igel-Mädchen bis zu den Eisheiligen behalten oder frei lassen, da sie schwer genug ist, wenn die nächsten Tage kein Nachtfrost zu erwarten ist. Ich sollte sie auf jeden Fall an der Stelle raus lassen, wo ich sie gefunden habe, damit sie wieder in ihr Nest kann.
      Nachtfrost haben wir momentan zwar keinen, dass sie unter 10°C aber den Stoffwechsel drosseln wäre momentan sicher der Fall. Andererseits sehe ich die letzten Tage auch immer wieder in der Dämmerung Igel durch den Garten wandern. Zu schlafen scheinen sie noch nicht.

      Ein Kaninchenaußengehege hab ich, aber mitten im Garten. Mit Hüttchen wie in Deinem Post sollte das gehen, oder? Die Idee gefällt mir und wäre immerhin so in etwa die "Goldene Mitte".

      Vielen Dank Dir auf jeden Fall! =)
      Und Dir mit Deinen 9 viel Erfolg den Winter über! =)
      Ich bin gespannt auf Neues =)

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  2. Hilfe, jetzt ist mein Post weg!
    Also noch einmal.

    Wie schwer ist denn deine Igeldame und wie groß ist das Gehege? Kann man für die Auswilderungszeit das Gehege versetzen?

    Bevor man einen Igel frei lässt, sollte man ihn mindestens zwei Wochen im Außengehege halten, damit er sich wieder an Außentemperaturen und an die Umgebung gewöhnt. Es wäre dann Dezember und in meinen Augen (habe allerdings eine raues Klima) zu spät zum Auswildern.
    Du könntest für die anderen Igel eine Futterstelle draußen einrichten,sie werden für etwas mehr Futter dankbar sein. Wenn du ein Igelhaus mit Füllmaterial und Futter im Gehege zur Verfügung stellst, kann es sein, dass dein Igel schon anfängt ein Nest zu bauen und vielleicht schläft er schon einmal für ein paar Tage. Wichtig ist, dass er im gesamten Winter immer Zugriff auf Trockenfutter und Wasser hat, denn Jungigel schlafen leider noch nicht komplett durch, sondern wachen öfters auf und dann brauchen sie Energie.

    Viele liebe Grüße

    Carola

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    1. Hallöchen =)

      Am Freitag wog sie 530g.
      Nach einigem forschen würd ich aber sagen, dass das noch zu wenig ist.
      600-700g ist so die gängiste Info auf diversen Igel-Info-Seiten. =)
      Das Gehege ist sehr groß und würde sich auch versetzten lassen.
      Aber eine Möglichkeit für den Winterschlaf wäre auch unser Schopf. Windgeschützt, Temperatur etwa wie draußen. Wir werden uns auf jeden Fall mal an den Bau eines Holzhüttchens machen ;) Deine Anleitung ist super dafür!

      Was mir momentan aber etwas Sorgen macht, ist, dass sie seit wir Freitag beim Tierarzt waren, nichts mehr gefressen hat und nachts nur damit beschäftigt ist, ihr Nest mit Zeitung auszustopfen. Ich hoffe, sie hat nicht vor, in den Winterschlaf zu gehen! =/

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