Donnerstag, 20. Februar 2014

Costa Rica, 30. Januar 2014


Eigentlich könnte man hier so viel unternehmen!
Aber nun hat M's Erkältung auch mich erwischt. Durch den sehr frischen Wind hier, sehnen wir uns wieder nach Wärme. Die Karibik ruft!

Kaffeekirsche mit 2 Bohnen
Wir wollen aber nicht den frühen Bus am Morgen nehmen. Wir besuchen eine Kaffeeplantage und nehmen den Bus am Mittag nach San José.

Der Besuch auf der Kaffeeplantage ist super interessant! Zusätzlich gibt es noch einige Info's über Kakao und Zuckerrohr.
Da es die Morgentour ist, sind wir nur 4 Teilnehmer. Wir und 2 nette Kanadier.

Die Kaffeefrüchte an den Büschen sind größtenteils reif, allgemein befinden wir uns grad in der Haupterntezeit.
Altes Gerät zum Entfernen der Schale
In jeder Kaffeefrucht sind 2 Bohnen. Wenn die Bohnen von der Schale befreit wurden, wird die Pektinschicht entfernt, in dem man die Bohnen in Wasser gibt. Hier sortieren sich die Bohnen selbst die nicht ok sind, in dem sie auf dem Wasser schwimmen. Die guten Bohnen sinken ab. Nun werden sie getrocknet und von einer weiteren Schale, der Pergamenthaut, befreit. 

Sonnentrocknung
Hier auf dieser Plantage werden die Kaffeebohnen eine gute Woche lang in der Sonne getrocknet und immer wieder gewendet, was allgemein nur noch sehr selten gemacht wird. Die meisten Unternehmen haben spezielle Öfen in denen die Bohnen innerhalb eines Tages trocken sind.

Pergament- und Silberhaut

Beim entfernen der Pergamenthaut wird versucht auch möglichst viel der Silberhaut zu entfernen. Früher hat man das in einer Art großem Mörser mit 2 Stößeln gemacht. Sehr staubige Sache. Heute hat man andere Möglichkeiten.


Danach wird der Kaffee geröstet, langsam und eher nur leicht geröstet, dann hat er das vollste Aroma. Mit jedem weiteren Röstschritt (mittlere Röstung, stark Röstung, Espresso Röstung) nimmt das volle und abwechslungsreiche Aroma ab. Espresso Röstung hat übrigens interessanterweise nichts mit Espressokaffee zu tun. Espresso kann man mit Kaffee jeder Röststufe machen.

Rohkaffee bis Espressoröstung
Danach kommen wir zum Kakao. Die Früchte sind echt groß. Irgendwie hatte ich mir diese immer kleiner vorgestellt. Darin sind viele, viele Kakaobohnen. Roh sind sie von einem weißen Schleim umgeben. Wir dürfen die Bohnen probieren und sollen sie nur lutschen. Schmeckt wie Litschi! Der Führer erzählt uns wie sich Kakao verbreitet hat. Die Affen standen auf den weißen Schleim, öffneten die Früchten, lutschten sie und spuckten die Bohnen aus. So verbreiteten sich die Kakaopflanzen und irgendwann entdeckten die Menschen die Pflanze und ihre Früchte. 
Die Bohnen werden auch von der Schleimschicht befreit und in der Sonne getrocknet.
Kakaofrucht
Wir dürfen einige Bohnen schreddern und unser Führer mischt sie mit Vanilleessenz, Pfeffer und Zimt. Boah, schmeckt das lecker! Er zeigt uns frisch gepresstes Kakaoöl, umgangssprachlich Kakaobutter, was eigentlich flüssig ist. Ich bin total erstaunt wie schnell das in die Haut einzieht und gar keinen Fettfilm hinterlässt! Beruflich hatte ich schon mit Kakaobutter zu tun, diese war aber fest, ich vermute mal gehärtetes Öl?

Kakaobohnen
Ebenso dürfen wir Pralinen probieren, die auf der Plantage hergestellt werden und natürlich schokolierte Kaffeebohnen. Die sind echt lecker im Gegensatz zu denen die man hier als zum Kaffee bekommt.

Lecker!
Zum Schluss pressen wir noch ein Zuckerrohr aus, was für mich nichts Neues ist. In Brasilien wuchs direkt neben unserem Haus Zuckerrohr, was wir als einfach gekaut haben. An jeder Ecke konnte man sich frischen Saft holen, oft mit einer Limette gepresst, das war lecker! Ich finde es doch aber immer wieder erstaunlich wieviel Flüssigkeit in so einem Stück Zuckerrohr ist. Wenn ich mich recht erinnere enthält der Saft 40% Zucker und wird einreduziert, danach gereinigt und verpackt. Auf unsere Frage warum weißer Zucker soviel beliebter ist als brauner Zucker hat er uns leider auch keine Antwort. Ich persönlich mag, wenn schon Zucker, lieber den braunen Rohrohrzucker.

Danach dürfen wir Kaffee der verschiedenen Röstungen probieren und decken uns gleich mit ein paar Packungen ein. Teilweise als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen und Tiere-Versorger. Hier geht es übrigens zur Homepage der Plantage.

Warmes Wasser dank Durchlauferhitzer
Auf dem Rückweg durch ein Stück Wald zeigt uns der Führer eine Viper die zusammengerollt im Baum liegt.

Müllabfuhr
Zurück von der Tour checken wir in unserem B&B aus und genießen im Ort die Sonne. Wir kommen mit 2 Französinnen ins Gespräch die uns einige Tipps für Tortuguero, unser nächstes Ziel, geben.

unser farbenfrohes B&B
Dann startet auch schon unser Bus und wir fahren nach San José.
Nummernschild
Praktisch wenn man schonmal in der Stadt war, man erkennt so einige Ecken! Statt bis zum Busbahnhof mit zu fahren, bitten wir den Fahrer auf der Avenida Central anzuhalten und laufen bis zum Hostel. Wir entscheiden uns für das gleiche wie in unseren ersten beiden Nächten.

Man sieht bis zum Meer und Nicoya Halbinsel
Hier machen wir es um im Gemeinschaftsraum gemütlich und wälzen die Reiseführer, um den nächsten Tag zu planen. Die Reise nach Tortuguero ist nicht einfach. Es gibt nämlich keine Strasse. Theoretisch sieht es so aus, dass wir von San José mit dem Bus nach Cariari fahren müssen. Dort wechselt man den Busbahnhof, nimmt den Bus nach La Pavona. Hier bucht man die Bootsfahrt, die auch den Transport zum Boot beinhaltet. Da sich meine Erkältung kurz vor dem Höhepunkt befindet, bin ich leider nicht sehr motiviert. 
Wir überlegen Tortuguero auszulassen und nach Cahuita an der südlichen Karibikküste zu fahren. Die Entscheidung fällt uns sehr, sehr schwer! Wir überlegen lange hin und her, Gründe für Tortuguero, Gründe für Cahuita.

20km auf ungeteerten Schotterstrassen
Schlussendlich entscheiden wir uns, die restlichen Tage in Cahuita ausklingen zu lassen. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn am Reisetag fühlte ich mich wirklich nicht sehr wohl und hätte auf dem Weg nach Tortuguero so einige Fahrten nacheinander organisieren müssen.

Kommentare:

  1. Echt spannende Einblicke! Ich wusste wirklich nicht, dass Espressokaffee und Espressoröstung im Grunde nicht viel miteinander zu tun haben.

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    1. Das war mir davor auch nicht klar. Espresso ist Espresso denk man.
      Aber der Kaffee wird auf eine bestimmte Art gemacht, die Röstung ist die Stärkste die es gibt. Kurz vor schwarz sozusagen und die Aromaärmste.
      Die leichte Röstung hatte uns dann tatsächlich am Besten geschmeckt, bzw. hatte den meisten Geschmack.

      Viele Grüße,
      Sarah =)

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    2. Und ich habe gedacht, das wäre genau andersrum: Dass die stärkste Röstung die aromatischste ist. So kann man sich irren.^^

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