Von einem Einwecktopf träume ich schon lange, aber einen zu kaufen hab ich doch gezögert.
Zum Thema wurde das nun, seit ich Bienen habe.
Wenn man den Honig schleudert und lagert kristallisiert dieser nach und nach aus. Vor allem der Blütenhonig. Irgendwann ist er dann fest.
Um ihn in Gläser abzufüllen, bzw. manche Menschen mögen dickflüssigen Honig nicht, muss man ihn wieder verflüssigen. Das nennt man auch "auftauen". Das macht man in dem man in leicht erwärmt. Aber nicht zu sehr, denn ab 40°C gehen die wertvollen Enzyme kaputt.
Dazu kann man sich nun viele verschiedene "Geräte" kaufen. Alle kosten natürlich viel Geld!
Da man den Wecktopf auch sehr, sehr vielseitig anders verwenden kann war für mich sofort klar, dass ich meinen Honig damit auftauen werde.
Nun ist der Wecktopf vor einigen Wochen schon bei mir eingezogen und ich hab inzwischen auch schon einiges damit angestellt. Nur kam ich bisher nicht dazu, darüber zu berichten. Soll sich aber nun ändern.
Wir bekommen jedes Jahr Mirabellen von meiner Oma. Die Familie ihrer Schwester hat viele, viele Bäume. Dieses Jahr allerdings gab es trotz massenweiße Früchte kaum was zu ernten, wegen dieser Fliege. Wie hieß sie nochmal? Essigfliege? Bin mir grad unsicher. Auf jeden Fall faulte das ganze Obst innerhalb kürzester Zeit am Baum zusammen. Sehr schade!
Nun waren wir am Wochenende am Geburtstag einer Freundin und hinter deren Scheune steht ein Mirabellenbaum. So übervoll mit Früchten, dass sie gar nicht wissen was sie damit machen sollen.
Zufällig hatten wir gerade einen Eimer im Auto, in dem zuvor Zwetschgen für meine Großeltern waren, und machten uns gleich ans ernten.
Was macht man nun aber mit sehr vielen, reifen Mirabellen?
Genau, einwecken!
Mirabellen einwecken
Mirabellen, halbiert und entsteint
Wasser
Zucker
Einmachtopf
Zuerst werden die Einmachgläser und Zubehör sterilisiert. Dazu werden Gläser und Deckel mit heißem Wasser gespült und im vorgeheizten Backofen bei 120°C für mindestens 10 Minuten getrocknet. Die Gummiringe werden 10 Minuten in einem Topf in Wasser gekocht.
Die halbierten und entsteinten Mirabellen werden in die Gläser geschichtet und bis oben voll gemacht. Nun wird die Zuckerlösung gekocht. Auf 1l Wasser kommen 500g Zucker. Abzuschätzen wieviel Flüssugkeit ich brauche, fällt mir echt schwer. Ich mach immer zuviel! =D
Die heiße Lösung wird über die Mirabellen in den Gläsern gegossen bis sie voll sind. Die Gummiringe, je nach Gläsersystem, am Deckel oder auf dem Glas anbringen und denn Deckel auf das Glas legen. Mit den Klammern verschließen und auf das Gitter in den Einkochtopf stellen.
Wasser in den Topf füllen. Die Gläser müssen mindestens zu 2/3 im Wasser stehen. Deckel drauf und auf 90°C einstellen. Wenn das Licht ausgeht sind 90°C erreicht. Die Mirabellen müssen nun 30 Minuten eingekocht werden.
Nach den 30 Minuten Gläser aus dem Topf nehmen und gut abkühlen lassen.
Dann kann man die Klammern abnehmen und prüft ob die Gläser alle zu sind.
Nun sollten die Mirabellen Jahre haltbar sein.
Falls sie schlecht werden sollten, merkt man das am offenen Deckel. Die Klammern lässt man nämlich auf jeden Fall weg.